Stress – gesundheitliche Folgen und wie man ihn reduziert

Ein Ast knackt, die Blätter rascheln. Etwas Großes bewegt sich im Gebüsch des Urwaldes. Dein Herz beginnt wild zu pochen, die Beine machen sich bereit loszuspringen. Du hörst das Blut in deinen Ohren rauschen. Und plötzlich steht er da! Ein riesiger Säbelzahntiger, dem der Geifer bereits von den Zähnen tropft. Dein Körper übernimmt die Kontrolle und sprintet los. Du schaffst es davonzurennen und auf einen Baum zu klettern. Gerettet! Und wem hast du das zu verdanken: dem Stress.

Bereits in der Steinzeit war Stress für uns überlebenswichtig. Es werden Hormone ausgeschüttet, die den Körper zu Höchstleistungen antreiben und so das eigene Überleben sichern. In der heutigen Zeit muss niemand mehr vor einem Säbelzahntiger davonrennen. Doch haben wir so viel Stress wie nie. Bis zu welchem Punkt ist er noch förderlich und ab wann sollten wir ihn ausbremsen?

Positiver und negativer Stress

Stress ist unvermeidbar, in der richtigen Dosis sogar förderlich. Unter zu viel Stress leidet jedoch unsere Gesundheit. Wichtig ist immer wie man selbst mit der stressigen Situation umgeht bzw. was man dabei empfindet. Machst du das freiwillig? Fühlst du dich überfordert? Hast du dabei auch positive Gefühle? Wie fühlst du dich nach der stressigen Situation, eher beschwingt oder gehetzt?

So unterscheidet man den positiven vom negativen Stress. Beim positiven sind Glückshormone im Spiel. Wir fühlen uns danach gut. Achterbahnfahren oder die Verliebtheit sind für den Körper ebenfalls stressige Situationen, allerdings solche, die uns Spaß machen. Negativer Stress hingegen macht uns unglücklich. Er lässt uns unruhig werden, traurig und hat auch weitere gesundheitliche Konsequenzen.

Kleiner Fakt am Rande: Der Grund, warum wir nicht für immer verliebt sein können, ist der Stress. In der Verliebtsheitsphase schüttet der Körper haufenweise Hormone aus, unser Herz klopft wie verrückt und der Puls steigt ins Unermessliche. Auf Dauer würde unser Körper diesem Stress gar nicht standhalten können. Deswegen bleibt das Verliebtsein nur eine Phase.

 

 

Woran du erkennst, dass du zu viel Stress hast

Zu viel negativer Stress kann auf Dauer krank machen. Sowohl körperlich, als auch psychisch saugt uns der Stress nach und nach aus. Wenn du mehrere dieser Anzeichen bereits bei dir feststellen solltest, überlege etwas an deinem Lebensstil zu ändern.

Mögliche erste Symptome bei zu viel negativem Stress:

  • Unruhe, Herzrasen
  • Schlafstörungen, Müdigkeit
  • höhere Infektanfälligkeit
  • häufiges Grübeln
  • Gefühl der Überforderung
  • unmotiviert, depressiv verstimmt
  • Einsamkeit suchen (ungewöhnlicherweise die Freunde vernachlässigen)
  • Verspannungen
  • Magen-Darm-Probleme
  • Unkonzentriertheit, Vergesslichkeit
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • vermehrter Alkoholkonsum, “Frustfressen”
  • Probleme sexueller Natur
  • ständige Gereiztheit -> schneller agressiv

Auch wenn du dir sagst, dass das nur eine stressige Phase sei, versuche zwischendurch abzuschalten. Es bringt nichts die ganze Zeit durchzupowern und nie zur Ruhe zu kommen.

 

 

Was ständiger Stress mit deinem Körper macht

Auf lange Sicht gesehen, schadet Stress dem Körper merklich. Ein paar Langzeitfolgen können sein:

  • schlechtes äußeres Erscheinungsbild
  • Hirnleistung sinkt
  • Risiko für Hirninfarkt, Alzheimer, Herzinfarkt steigt
  • Kopf- und Rückenschmerzen
  • Tinnitus
  • Magen-/ Darmgeschwüre
  • Risiko für Diabetes und zu hohen Cholesterinspiegel steigt
  • Zyklusstörungen/ Impotenz
  • gestörtes Immunsystem                                                                                                             -> anfälliger für Krankheiten (auch Tumore), schlechtere Wundheilung
  • psychische Probleme (Burnout-Syndrom, Impulskontrollstörung)

 

Stress vorbeugen und abbauen – Tipps

Als erstes sollte man die Ursachen für seinen persönlichen Stress finden. Diese können bei jedem unterschiedlich aussehen. Den einen stresst es ständig erreichbar zu sein, den anderen eher, dass zu hohe Anforderungen an ihn gestellt werden. Vielleicht ist jemand nicht gut in der Planung seines Alltages. Schnell bekommt er das Gefühl keine Zeit zu haben und ständig unter Druck zu stehen. Ebenso können uns Geldsorgen, private Probleme oder ständiger (Termin-) Druck Stress bereiten.

Wenn du erst einmal die stressigsten Faktoren in deinem Leben gefunden hast, versuche sie zu entschärfen. Manchmal hilft es schon das Telefon für eine Weile einfach mal auszuschalten oder die Dinge anders anzugehen. Wenn die großen Dinge sich momentan einfach nicht ändern lassen, dann versuche wenigstens zwischendurch zu entspannen.

 

 

7 Tipps gegen Stress:

 

1. Beweg dich!

Man kann nicht zur Ruhe kommen, wenn der Körper vollkommen angespannt ist. Um ihn zu entspannen, ist ein bisschen Bewegung notwendig. Es muss nicht jeden Tag eine schweißtreibende Sporteinheit sein. Manchmal genügt ein einfacher Spaziergang.

2. Ruhephasen einplanen

Jeder sollte jeden Tag etwas Zeit für sich einplanen, in der er aktiv etwas für sich macht. (z.B. Lesen, Schreiben, Zeichnen, Meditation etc.) Lass den Fernseher ruhig mal ausgeschaltet. Du wirst sehen, dass die Zeit ohne die Flimmerkiste viel schöner sein kann.

3. Genügend Schlaf

Wie wichtig ausreichend Schlaf ist, habe ich bereits kurz in dem Artikel “7 Tipps für mehr Motivation an grauen Wintertagen” erwähnt. Der Körper benötigt den Schlaf, um den Stress des Tages zu verarbeiten und Kraft für den nächsten Tag zu schöpfen. Empfehlenswert wären mindestens 6-8 Stunden Schlaf.

4. Ziele kennen/ Prioritäten setzen

Du musst nicht alles auf einmal machen. Entscheide, welche Aufgabe für dich am wichtigsten ist und stelle die anderen hinten an. Gib auch mal Aufgaben ab, die andere erledigen können. Versuche nicht mehrere Dinge gleichzeitig erledigen zu wollen, denn so erschaffst du dir künstlich noch mehr Stress. (kein Multitasking!)

5. Gesunde Ernährung

Nur mit den richtigen Nährstoffen kann dein Kopf richtig arbeiten. Erhält er diese nicht, ist er überfordert. Deswegen ist es wichtig sich gesund zu ernähren. Dazu gehört regelmäßig z.B. folgende Dinge zu essen: Fisch, Fleisch, Eier (Vitamin B12, Fettsäuren), Nüsse (B6), Spinat (Magnesium), Kartoffeln, Vollkornnudeln (komplexe Kohlenhydrate).

6. Das Gehirn füttern

Nebenbei sollte man darauf achten, das Gehirn mit positiven Dingen zu füttern. Dies kann man erreichen mit: Lesen, Rätseln, Sudoku, o.ä..

7. Kurztrip 

Manchmal hilft es auf andere Gedanken zu kommen, wenn man einfach mal auf seinem täglichen Umfeld flieht. Ein Wochenendtrip in eine andere Stadt kann wahre Wunder wirken. Auf diese Weise gewinnt man Abstand und schaltet ab.

 

Lernen zu entspannen

Einige Menschen sind gar nicht mehr in der Lage sich zu entspannen. Sie hetzen von einer Aufgabe zur nächsten. Wenn es für sie nichts zu tun gibt, sind sie unruhig und schlecht gelaunt. Gerade solche Menschen sollten lernen auch mal abzuschalten, denn auf Dauer macht es den Körper krank, ständig unter Strom zu stehen.

 

 

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2 Replies to “Stress – gesundheitliche Folgen und wie man ihn reduziert

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