Offline ist das neue Online – Tipps gegen ständige Erreichbarkeit

Das Smartphone abschalten oder auch nur für ein paar Stunden in den Flugmodus versetzen – für die meisten Menschen ein absoluter Albtraum. Sofort sammelt sich Schweiß auf der Stirn, die Hände beginnen zu zittern. Was, wenn ich etwas verpasse? Ich möchte doch niemanden vor den Kopf stoßen, indem ich stundenlang nicht antworte! Wenn Dir bereits solche oder ähnliche Gedanken durch den Kopf schwirrten, solltest Du dringend etwas unternehmen. Denn ständige Erreichbarkeit bedeutet purer Stress.

Es ist momentan in allen Medien: Social Media Detox bzw. Digital Detox. Offline ist das neue Online. Immer mehr Menschen fühlen sich überfordert, nehmen sich endlich Zeit auch mal abzuschalten. Oft ist es nur eine kurze Zeit, in der sie sortieren, was ihnen wichtig ist. Spätestens nach einem Monat verbringen sie jedoch wieder viel zu viel Zeit in Social Media Netzwerken. Vielleicht sollten wir das Problem “ständige Erreichbarkeit” anders angehen. Anstatt sich eine oder auch zwei Wochen lang eine Auszeit zu nehmen, ist es viel wichtiger jeden Tag eine ausgewogene Balance zu finden.

 

Wieso es wichtig ist mal abzuschalten

Du entsperrst das Smartphone, wolltest eigentlich nur einen Gedanken notieren. Da fallen Dir die ganzen Kennzeichenzähler auf, die über den App-Symbolen schweben. Auf Instagram hat jemand Dein Bild kommentiert, bei Facebook gibt es einen neuen Beitrag in Deiner Lieblingsgruppe und auf YouTube kam gerade ein Video Deines Lieblingsyoutubers online. Ehe es Dir bewusstwird, ist eine halbe Stunde dahin. Und wo ist Dein Gedanke geblieben, den Du nur kurz notieren wolltest? Dahin, auf nimmer wiedersehen – er ist weg. Wie Du siehst, kann es ganz schön ablenken, immer verfügbar zu sein. Auch, wenn wir uns vornehmen nur fünf Minuten am Smartphone zu verbringen, Hand aufs Herz: das klappt nie. Probiere es aus. Versuche einen Tag lang peinlich genau aufzuschreiben, wie oft und vor allem wie lange Du am Smartphone bist. Da kommen ganz schnell zwei bis drei Stunden zusammen. Und nun überlege Dir, was Du alles in dieser Zeit hättest erledigen können. Dinge, die weitaus mehr Spaß machen und sinnvoller sind.

Aber nicht nur die verlorene Zeit ist ein Problem. Jedes Mal, wenn es plingt, verlässt Deine Konzentration einen Moment lang Deine aktuelle Tätigkeit. Für diesen Bruchteil einer Sekunde verlierst Du den Faden, Du unterbrichst den “Flow”. Du musst Dich erst wieder hineinfinden.  Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Energie. Selbst, wenn Du nur siehst, dass eine neue E-Mail eingetrudelt ist und Dich dafür entscheidest, sie später zu beantworten, hast Du bereits durch diese Überlegung den Flow unterbrochen.

Ständige Erreichbarkeit und immer auf dem Laufenden zu bleiben stresst uns. Es frisst wertvolle Energie und Zeit, die wir viel besser in andere Dinge investieren könnten. Selbst die schönen Momente werden vom ständigen Surren, Plingen und Aufleuchten unterbrochen. Du vergisst solche Momente zu genießen, nur aus Angst in der virtuellen Welt etwas zu verpassen. Absurd, oder?

 

 

Tipps gegen ständige Erreichbarkeit

Nachfolgend habe ich ein paar Tipps für Dich aufgelistet, damit Du der ständigen Erreichbarkeit endlich etwas entgegensetzen kannst.

 

1. Deaktiviere alle Benachrichtigungen

Die schlimmste Art der Benachrichtigung ist der Kennzeichenzähler. Er schreit geradezu: “Hey, hier gibt es etwas Neues! Schau mal!” Schnell überkommt einen der Drang jede App einmal zu öffnen, damit der Kennzeichenzähler verschwindet. Sonst spukt im Hinterkopf immer das Gefühl herum, etwas nicht erledigt zu haben. Aus nur ganz kurz wird eine halbe Stunde oder mehr.

Also deaktiviere alle Benachrichtigungen. Ab sofort nervt kein Plingen mehr, keine Banner und auch keine Kennzeichenzähler. Auf Deinem Handy herrscht endlich Ruhe.

 

2. Plane Dir Zeit ein und setze Grenzen

Natürlich ist das Deaktivieren der Benachrichtigungen keine komplette Befreiung von Aufgaben. Wenn die digitale Welt für Dich zum Beruf gehört: plane Dir feste Zeiten zum Beantworten von E-Mails, für Social Media und auch für Telefonate ein. So bekommst Du nicht das Gefühl Deine Pflichten zu vernachlässigen. Wichtig dabei ist, die geplante Zeit auch einzuhalten. Betrüge Dich nicht selbst, indem Du nur mal eben bei YouTube vorbeischaust und dabei vergisst eine wichtige E-Mail zu beantworten.

 

3. Halte Dir ein Hintertürchen offen

Ich weiß, dass es vor allem am Anfang schwer sein kann auf jegliche Benachrichtigungen zu verzichten. Schnell schleicht sich das Gefühl ein, man würde etwas verpassen. Schließlich könnte ja wirklich etwas Schlimmes passieren und Du bekommst es gar nicht mit! Um Dein Gewissen zu beruhigen, habe ich noch einen letzten Tipp für Dich: Erhalte Dir einen Weg der Kontaktaufnahme. 

Die meisten Smartphones besitzen bereits spezielle Funktionen, damit man nur in dringenden Fällen gestört wird. In den Einstellungen kannst Du zum Beispiel festlegen, dass sobald jemand innerhalb weniger Minuten anruft (trotz Lautlos-Modus) ein Klingeln ertönt. Wenn es Menschen gibt, die Dich immer sofort erreichen sollen, gibt es auch hierfür Lösungen. Speicherst Du diese Menschen als “Favorit” ab und aktivierst die Einstellung “Anrufe nur von Favoriten zulassen”, dann bist Du im Notfall immer noch zu erreichen.

 

 

Mein Fazit zum Thema “ständige Erreichbarkeit”

Ich habe die Benachrichtigungen auf meinem Handy beinahe komplett abgestellt. Wenn ich Zeit habe, schaue ich nach neuen Nachrichten. Wenn nicht, dann nicht. So vertrödle ich nicht Unmengen an Zeit täglich. Wichtig für mein Gewissen: Falls es doch mal einen Notfall geben sollte, kann man mich anrufen.

 

Just relax, Piggy!

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