“Miracle Morning” oder der frühe Vogel kann mich mal!?

Der Wecker klingelt, Du drehst Dich noch einmal um. Und auf einmal bleiben nur noch zehn Minuten bis zum Losgehen. Schnell in die Jeans geschlüpft, den Kaffee hinuntergestürzt und los geht´s in den stressigen Alltag. Wenn der Morgen so beginnt, kann der darauffolgende Tag nur hektisch werden. Dabei würde es schon helfen, jeden Morgen ein bisschen früher aufzustehen. Du schüttelst ungläubig den Kopf? Fragst vielleicht, was noch weniger Schlaf Dir bringen soll? Dabei geht es nicht darum insgesamt weniger zu schlafen, sondern darum sich die Zeit anders einzuteilen. Sich am Morgen ein bisschen mehr Zeit zu nehmen, kann unglaublich befreiend wirken. Wenn Du Dich darauf schon beim Aufstehen freust, startet der Tag gleich viel motivierter. In Hal Elrods Buch “Miracle Morning” geht es vor allem darum, sich in dieser Zeit Gedanken über seine Ziele und Träume zu machen. Jeder Morgen wird so zur Motivationsspritze.

 

Miracle Morning

 

“Miracle Morning” – Was ist das überhaupt?

Hal Elrod, Motivationstrainer und Autor, spricht sich in seinem Buch “Miracle Morning” für das frühe Aufstehen aus. Er erklärt, wie jeder es schaffen kann den Morgen für sich zu nutzen.

Ich nehme seine Vorschläge mittlerweile nur als das, was sie sind: Vorschläge. Elrod gibt viele Tipps zum frühen Aufstehen und erwähnt auch einige Vorteile, die es mit sich bringt.

Sein “Miracle Morning” besteht aus den sogenannten „Lebensrettern“ (engl. = S.A.V.E.R.S.)

  • S = Silence (Ruhe) – Meditation (5 Minuten) – Schaffst Du es fünf Minuten lang an nichts zu denken? Am Anfang ist es verdammt schwer, aber versuche mit Deinen Gedanken ganz konzentriert bei Deinem Atem zu sein.
  • A = Affirmation – positive Bestätigung (5 Minuten) – Denk Dir eine eigene Affirmation aus und sage sie jeden Morgen auf. Klingt erstmal komisch, oder? Aber es kann ganz einfach sein. Überlege, was Du erreichen möchtest. Die Affirmation ist dazu da, dass Du Dich selbst im Glauben bestätigst. “Ich bin erfolgreich. Ich werde in drei Jahren mein Ziel erreicht haben.”
  • V = Visualisierung – Ziele verbildlichen (10 Minuten) – Eine Steigerung der Affirmation. Male Dir aus wie Dein Leben in drei Jahren aussehen soll.
  • E = Exercise (Übung) – Sport (30 Minuten) – Hoch mit dem Hintern!
  • R = Reading (Lesen) – Schnapp dir ein Buch! (30 Minuten) – Egal, ob Sachbuch oder Roman. Lesen bringt viele gute Gründe mit sich.
  • S = Scribe (Schreiben) – Stift in die Hand! (10 Minuten) – Auch, wenn Du sonst kein Interesse daran hast, etwas zu schreiben, versuche wenigstens irgendwas zu Papier zu bringen. Es können auch ganz einfache To-Do-Listen sein. So sortierst Du die Gedanken und bist bereit für den kommenden Tag.

Eine Woche lang habe ich den “Miracle Morning” genau nach diesen Punkten ausprobiert. Schnell stellte ich fest, dass meine abgewandelte Variante besser zu mir und meinem Leben passt. Aber dazu später mehr.

 

Vorteile des Frühaufstehens

Ein bisschen früher aufzustehen kann so einige Vorteile mit sich bringen. Einige werden sofort sichtbar, andere brauchen ihre Zeit.

Was sich sofort ändert, wenn Du morgens mehr Zeit hast:

  1. Du ernährst Dich gesünder. – Anstatt den Kaffee in einem großen Schluck zu trinken, kannst Du dir mehr Zeit für ein ausgewogenes Frühstück nehmen. Dein Körper braucht morgens Energie, um gut durch den Tag zu kommen.
  2. Du bist entspannter. – Du kannst dir so viel Zeit nehmen, wie nötig ist. Die Tage der verschiedenfarbigen Socken sind vorbei.
  3. Du bist produktiver. – Während andere noch schlafen, hast Du bereits etwas für Deinen Körper getan und ein paar Seiten gelesen.
  4. Du behältst die Übersicht. – Mit Deinen To-Do-Listen, die Du dir morgens erstellt hast, behältst Du den Überblick. Egal, ob im Privatleben oder im Beruf: peinliche “Oh, da war ja was!” – Momente bleiben dir erspart.

Was sich, auf längere Sicht gesehen, ändert:

  1. Du schläfst besser. – Wenn Du immer zur gleichen Zeit aufstehst, wird Dein Körper auch zur gleichen Zeit müde. Ein geregelter Schlafrhythmus stellt sich ein.
  2. Du erreichst schneller Deine Ziele. – Da Du dir, wenn man nach Hal Elrod geht, jeden   Morgen Deine Ziele in Erinnerung rufst, folgst Du ihnen automatisch fokussierter.
  3. Du lebst glücklicher. – Vielleicht macht das alles zusammen einen glücklicheren Menschen aus dir.

 

Miracle Morning

 

Selbstversuch: Eine Woche lang “Miracle Morning”

Um beurteilen zu können, ob das alles wirklich etwas bringt, habe ich das Programm eine Woche lang ausprobiert. Laut Buch solle man mindestens 30 Tage durchhalten, denn dann sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man auch weiterhin früh aufsteht. Ich habe es eine Woche lang strikt nach Hal Elrods Plan gemacht. Danach entwickelte ich meine eigene Frühaufsteher-Routine.

 

Zusammenfassung meiner “Miracle Morning”-Woche

Zu Beginn des Experiments sprang ich voller Elan aus dem Bett. Ich freute mich auf die gewonnene Zeit. Zunächst hatte ich noch Probleme mit den Punkten 1-3, deswegen fielen diese etwas kürzer aus. Mit dem Frühsport und dem Lesen kam ich bestens klar. Beim Frühstück ein Buch in der Hand zu halten, anstatt auf das Smartphone zu starren, fühlt sich eh viel besser an. Auch das Schreiben fiel mir unglaublich leicht. Jeden Morgen schaffte ich es mir eine kleine To-Do-Liste für den Tag zu erstellen und sogar noch für ein anderes Projekt etwas zu schreiben. Auch mein Hund kam nicht zu kurz. Sie freute sich ebenfalls über die gewonnene Zeit und ein entspanntes Frauchen. Den ganzen Tag über war ich ausgeglichener und motivierter, weil ich das Gefühl hatte, schon etwas zu Potte gebracht zu haben.

Zur Mitte der Woche hin fiel es mir deutlich schwerer sofort aufzustehen. Vielleicht lag es daran, dass ich am Abend zuvor später als sonst ins Bett gegangen bin. Jedenfalls habe ich den Miracle Morning an einem Tag so richtig verhauen. Gegen meine eigene Vorgabe, das Smartphone liegen zu lassen, habe ich morgens schon getextet. So kann der Zauber schnell verfliegen und man wird von anderen Dingen abgelenkt. Damit mir das nicht wieder passierte, nahm ich mir vor das Handy einfach am Ladekabel hängen zu lassen, bis es zur Arbeit ging.

Diese Selbstüberlistung funktionierte sehr gut. Ich fokussierte mich in den nächsten Tagen wieder auf die S.A.V.E.R.S. und war gut gelaunt wie vorher. Ich möchte damit nicht sagen, dass man das Handy absolut gar nicht in die Hand nehmen darf. Man sollte sich nur nicht zu sehr davon ablenken lassen und sich nicht stundenlang durch Instagram wischen.

 

Fazit des Selbsttests & meine Morgenroutine

Während des Selbsttests habe ich festgestellt, dass die S.A.V.E.R.S. so nicht zu mir passen. Es hat mir allerdings Spaß gemacht ein wenig Abwechslung in den Alltag zu bringen.

Es ist nicht wichtig, genau die vorgeschriebenen Dinge zu tun. Viel wichtiger ist es, sich am Morgen bewusst Zeit für sich zu nehmen und etwas zu finden auf das Du Dich freuen kannst. So startet jeder Morgen gleich viel motivierter.

Jeder muss seinen eigenen Rhythmus finden. Es bringt nichts, sich zu zwingen um fünf Uhr aufzustehen. Mein Tipp an Dich: Stehe jeden Morgen so früh auf, dass Du noch in Ruhe frühstücken kannst und keinen Stress machen musst.

Der einzige Nachteil, den ich bis jetzt gefunden habe: zum Abend hin wird man deutlich schneller müde. Aber wirklich schlimm ist das nicht.

Schließlich tauschst Du die unproduktive Zeit am Abend gegen produktive Zeit am Morgen ein.

 

Mein Morgenglück

Nach dem Experiment habe ich meinen morgendlichen Ablauf etwas geändert. Ein paar Dinge kommen Dir bestimmt vom “Miracle Morning” bekannt vor.

  • Ich stehe mindestens eine Stunde früher auf als notwendig.
  • Als erstes öffne ich das Fenster und die Vorhänge. Licht macht den Kopf und Körper wach.
  • Ein kleines Sportprogramm kurbelt den Kreislauf an.
  • Ohne Frühstück werde ich zur Furie, deswegen steht das bei mir als nächstes auf dem Plan. Dabei habe ich genug Zeit, um ein gutes Buch zu lesen. (Momentan den dritten Teil der ÖDLAND-Reihe 😉 )
  • Danach geht es ins Bad, um nicht mehr wie ein Zombie auszusehen.
  • Als nächstes ist Madame von Wuff dran.
  • Und zum Schluss nutze ich die verbleibende Zeit zum Schreiben.

Ich möchte mit diesem Beitrag auf keinen Fall jemanden missionieren früher aufzustehen. Jeder muss seinen eigenen Rhythmus finden. Mich hat das Experiment auf jeden Fall gelehrt, dass ein paar Minuten mehr am Morgen unglaublich glücklich machen können.

 

Miracle Morning

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