Minimalismus – weniger besitzen, glücklicher leben

Minimalismus

“Ich habe nichts zum Anziehen!” – Wie oft haben wir diesen Satz schon gehört oder selbst gesagt? Dabei ist unser Kleiderschrank voll mit Kleidung! Doch oft sind es Sachen, die wir aus den verschiedensten Gründen nicht mehr anziehen wollen. Also gehen wir los und suchen nach neuen Kleidungsstücken. Immer und immer wieder. Bis uns unser Kleiderschrank zu erschlagen droht. Viel zu oft behalten wir Dinge, die wir gar nicht brauchen, weil wir daran unseren Reichtum messen. Doch was ist, wenn das Gegenteil der Fall ist? Jeder kennt den berühmten Spruch: “Weniger ist mehr!”. Von diesem Gedanken hat sich ein Lebensstil inspirieren lassen: Der Minimalismus.

 

Die Idee hinter dem Minimalismus

Der Minimalismus stellt eine Gegenbewegung zum heutigen Konsumwahn und Materialismus dar. Wer minimalistisch lebt, entkommt der materiellen Belastung, unter der viele Menschen bewusst oder unbewusst leiden. Wer weniger besitzt, muss sich um weniger kümmern. Er hat mehr Platz, Zeit und Geld. Das kann sich unglaublich befreiend anfühlen und glücklich machen!

Der Begriff “Minimalismus” ist nicht genau definiert. Jeder kann ihn für sich anders auslegen. Es geht keinesfalls darum, nur noch mit 100 Gegenständen auskommen zu müssen! Die Grundidee des Minimalismus ist: Lebe nur mit den Dingen, die du regelmäßig brauchst oder die dich glücklich machen! Alles, womit du etwas Negatives verbindest oder dass du nicht mehr benutzt, hat in deinem Leben nichts zu suchen.

 

 

Vorteile des Minimalismus

Wie bereits erwähnt, birgt der Minimalismus einige Vorteile, die alle helfen können ein glücklicheres Leben zu führen.

  1. Mehr Geld – Wer das wertschätzt, was er besitzt, pflegt es und muss sich nicht ständig neue Dinge kaufen.
  2. Mehr Zeit – Wenn der Schrank schon fast platzt, weiß man vor lauter Überfluss nicht mehr was man anziehen soll. Denn je mehr Auswahl man hat, desto schwieriger wird es, sich zu entscheiden. Bei weniger Dingen, behält man besser den Überblick und entscheidet sich schneller.
  3. Weniger Stress – Während andere Menschen überlegen, was sie sich als nächstes von ihrem Geld kaufen können und Angebote vergleichen, verbringst du deine Zeit mit wesentlich sinnvolleren Dingen.

Menschen, die sich an einem minimalistischen Lebensstil orientieren, leben bewusster, entspannter und einfach glücklicher. Außerdem schätzen sie das, was sie besitzen. Sie sehnen sich nicht ständig nach neuen Besitztümern und sind weniger neidisch auf andere.

All dies bedeutet übrigens nicht, dass man absolut gar kein Geld mehr ausgeben darf. Es geht vielmehr darum, sich genau zu überlegen, worin das Geld investiert wird. Gern können es auch Schuhe sein, die ein wenig mehr kosten, dafür aber fünf Jahre halten.

 

Tipps zum Ausmisten

Viele Menschen stresst der Gedanke ans Aufräumen. Sie sehen all die Arbeit, die es macht und schrecken davor zurück. Doch geht man ganz entspannt an die Sache heran, dann kann es sogar Spaß machen, sich von ungeliebten Dingen zu trennen. Hier sind ein paar Tipps zum Ausmisten:

  • Nicht zu viel auf einmal vornehmen – Seinen kompletten Hausstand kann man nicht innerhalb eines Wochenendes aufräumen. Nimm dir lieber immer mal wieder ein wenig Zeit, um einzelne Bereiche in Angriff zu nehmen.
  • Zeit einplanen – Frage dich: Wann habe ich 2-3 Stunden Zeit, um in Ruhe auszusortieren?
  • In Kategorien/ Orte/ Räume einteilen – Nimm dir einen Ort nach dem anderen vor. Z.B.: Wohnzimmer (Bücherregal, Schrank 1, 2,  3, Wohnzimmertisch), dann Schlafzimmer, Küche (auch Lebensmittel, die schon seit einem halbem Jahr im Schrank stehen), usw.
  • Die schlimmste Ecke zuerst – Welche Ecke bereitet dir am meisten Bauchschmerzen? Wovor drückst du dich am meisten? Setze genau dort zuerst an.

Beim Ausmisten immer die Fragen stellen:

Löst dieser Gegenstand ein positives Gefühl in mir aus?

(Wenn nicht, dann weg damit! Z.B.: ungeliebte Geschenke, die man nur aus schlechtem Gewissen behält oder Fehlkäufe.)

Werde ich diesen Gegenstand im nächsten Jahr noch einmal benutzen?

(Sei ehrlich! Alles, was du seit einem Jahr nicht mehr beachtet hast, wirst du nicht mehr brauchen.)

 

Minimalismus - Kleidung

 

Problematische Ecken

Gerade Frauen fällt es schwer, sich von Kleidung zu trennen. Immer wieder spukt der Gedanke “Was wäre wenn…” im Kopf herum. Um die Entscheidung zu erleichtern gibt es für den Kleiderschrank einen einfachen Trick: Hänge alle Kleiderbügel so auf, dass sie verkehrt herum hängen (der “Bauch” guckt nach hinten). Wenn du ein gewaschenes Kleidungsstück wieder in den Schrank hängst, drehst du den Bügel einfach wieder richtig herum. So bekommst du nach einer gewissen Zeit einen guten Überblick, was du regelmäßig trägst. Alles was nach ein paar Wochen immer noch verkehrt herum hängt, solltest du herausnehmen. (Ausgenommen sind natürlich saisonabhängige Kleidungsstücke.)

Fast jeder von uns hat mehrere Dinge, die er nur noch aus sentimentalen Gründen behält. Eine alte Jacke erinnert uns vielleicht an unsere Jugend oder ein bestimmtes Souvenir an einen besonderen Menschen. Die eigentliche Erinnerung steckt nicht in diesen Dingen, sondern in dir! Sie sind lediglich Werkzeuge, um die Erinnerungen in uns wachzurütteln. Was wesentlich weniger Platz wegnimmt, aber genau den gleichen Effekt erzielt sind Fotos. Fotografiere all die Dinge, die du nicht mehr brauchst, aber mit denen du eine schöne Erinnerung verbindest und klebe die Fotos in ein Erinnerungs-Album.

 

Wohin mit dem ganzen Kram?

Auf keinen Fall sollte alles in den Müll wandern. Sortiere die Dinge lieber in drei verschiedene (Wäsche-) Körbe. In diese kommen dann:

  • Kram, den wirklich niemand mehr gebrauchen kann (z.B. alten Modeschmuck, kaputte Kleidung, leere Stifte) -> Müll
  • Dinge, die vermutlich niemand mehr kaufen würde (gebrauchte Kleidung, ältere Bücher)     -> Spenden ( z.B.: Altkleidercontainer, Kleiderkammer, Stadtmission)
  • Neuere oder gut erhaltene Sachen, die man noch verkaufen kann -> Ebay, Flohmarkt, Trödler im Ort

 

 

Minimalismus in allen Lebensbereichen

Minimalismus lässt sich nicht nur auf Dinge anwenden. Im digitalen Zeitalter wird genauso viel virtueller Schrott gesammelt. E-Mails (Newsletter abbestellen!), E-Books, Musik und noch vieles mehr. Auch hier sollte ab und zu aussortiert werden, damit man den Überblick behält.

So hart es auch klingen mag, aber auch im sozialen Bereich, sollte man sich überlegen Abstriche zu machen. Welche Menschen tun dir nicht gut, nutzen dich nur aus oder ziehen dich sogar runter? Verabschiede dich lieber von falschen Freunden.

 

Minimalistisch bleiben

Hat man alles einmal durchsortiert, folgt die eigentliche Herausforderung: Minimalistisch bleiben. Wichtig ist auch weiterhin eine Übersicht zu behalten. Dies schaffst du entweder, indem du alles möglichst sichtbar drapierst oder indem du deine (aufgeräumten) Schubläden beschriftest. Wenn man weiß, was man hat, kauft man sich nicht unnötigerweise neue Dinge.

Bevor du etwas kaufst: leihe, tausche, repariere. Vielleicht hat ein Nachbar einen Akkuschrauber, den du dir ausleihen kannst oder du teilst dir mit deiner Freundin einen Grill. Eine Verwandte näht dir sicherlich den Riss im Shirt, im Gegenzug zu einem selbstgebackenen Kuchen.

Du kannst dir auch die Vorgabe setzen: für jedes neue Teil, fliegt ein altes raus.

 

Minimalismus kann ein sehr guter Weg sein, um bewusster und glücklicher zu leben.

 

“Love people and use things, because the opposite never works.”

The Minimalists.

 

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2 Replies to “Minimalismus – weniger besitzen, glücklicher leben

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