Impulskontrollstörung – gefangen im Zwang

Jeder von uns hat die ein oder andere schlechte Angewohnheit. Doch ab wann kann man von einer Impulskontrollstörung sprechen und was ist das überhaupt? In diesem Artikel werde ich euch einen kleinen Einblick in diese psychische Erkrankung geben.

 

Was ist eine Impulskontrollstörung?

Menschen, die an einer Impulskontrollstörung leiden, führen zwanghaft immer und immer wieder die gleiche Tätigkeit aus. Sie haben dafür oftmals keine vernünftige Motivation. Die Handlung läuft automatisch ab. Derjenige bekommt zwar mit, was er gerade macht, kann aber nicht gegen den Drang vorgehen. Durch diese Zwänge sind Betroffene meist in ihrem Leben eingeschränkt. Sie verbringen viel Zeit mit ihrem Zwang und meiden ihre sozialen Kontakte (vor allem bei selbstverletzendem Verhalten).

Ausgelöst wird das Verhalten meist durch einen Anspannungszustand, den der Betroffene mit seinem impulsiven Verhalten zu lösen versucht. Er schafft es nicht auf äußere Reize anders, als mit seinem gewohnten Verhaltensweisen, zu reagieren. Betroffene beschreiben, dass sie sich nach der Handlung kurzzeitig entspannt fühlen. Diese Entspannung weicht allerdings schnell einem schlechtem Gewissen oder auch Schuld- bzw. Peinlichkeitsgefühlen. Durch den Kontrollverlust kann das Selbstwertgefühl stark gestört werden. Derjenige kann auch in eine Depression abrutschen, bzw. generell Angst haben allein gelassen zu werden.

 

 

Anzeichen einer Impulskontrollstörung

Die Anzeichen einer Impulskontrollstörung können vielfältig sein. Ihre Ausprägung ist bei verschiedenen Betroffenen unterschiedlich stark vorhanden. Sie kann von zwanghaften Denkweisen und immer wiederkehrenden Gedanken, bis hin zu selbstverletzenden oder sachbeschädigendem Verhalten reichen. Sobald der Betroffene sein Handeln nicht mehr selbst steuern kann und in seinem Leben durch den Zwang eingeschränkt wird, sollte er ärztliche Hilfe aufsuchen.

Beispiele einer Impulskontrollstörung (bei zwanghafter Ausführung):

  • Nägelkauen, Lippenknabbern
  • Skin Picking/ Dermatillomanie (Kratzen/ Pulen an der Haut)
  • Trichotillomanie (Herausziehen der Haare)
  • Selbstverletzungen (Zusammenhang mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung möglich)
  • Im Internet surfen
  • Essen
  • Extremer Kaufdrang
  • Kleptomanie (Stehlen)
  • Pyromanie (Brandstiftung und unkontrollierter Umgang mit Feuer)
  • Spielsucht

 

 

Ursachen

Die genaue Ursache für die Impulskontrollstörung ist in der Psychologie noch nicht eindeutig erforscht. Vermutet wird ein komplexes Zusammenspiel aus genetischer Veranlagung, der Erziehung, dem Umfeld und dem Erfahrungshorizont. Auch könnte der Hormonspiegel des betroffenen Menschen eine Rolle spielen.

Männer neigen eher zu aggressiven Störungen (z.B. Brandstiften), während Frauen eher zu selbstzerstörerischen Zwangshandlungen neigen (Trichotillomanie, Dermatillomanie).

 

Möglichkeiten für Betroffene

Generell kann man sagen, dass es Menschen mit einem gesunden Umfeld, Selbstbewusstsein und genügend geistiger, sowie körperlicher Auslastung leichter fällt ihre Impulse zu kontrollieren. Wenn die Betroffenen es trotzdem nicht schaffen, sollten sie ärztliche Hilfe aufsuchen. Der Fachmann wird dann entscheiden, ob eine medikamentöse Behandlung angebracht ist oder ob eine Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie oder eine Psychoanalyse ausreichen.

Handelt es sich noch um eine leichte Form der Impulskontrollstörung, kann man versuchen sie selbst in den Griff zu bekommen. Ein Versuch ist es, statt der gewohnten Handlung, eine Ersatzhandlung einzuüben. Anstatt an den Fingern zu pulen, könnte man sich einen Stressball zulegen. Immer, wenn einen das Verlangen wieder überkommt, knetet man daran herum.

 

Arbeite an dir und mach dich frei von Zwängen. Lebe das Leben, das du willst.

 

Fakten-Quellen (unter anderem):                                                                                                                                                                      http://www.psychotherapie-marten.de/impulskontrollstoerung-therapie-berlin, http://symptomat.de/Impulskontrollstörung

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