Berufswahl – 3 Fragen, um Deine Berufung zu finden

Als Kinder wissen wir noch genau, was wir später einmal werden wollen. Wenn wir gefragt werden, können wir blitzschnell mit “Feuerwehrmann!” oder “Schauspielerin” antworten. Wir kennen unsere Träume und Fähigkeiten und verstehen unsere Motivation. Doch je älter wir werden, desto unsicherer sind wir in unseren Entscheidungen. Unendlich viele Türen stehen uns auf einmal offen. Wir zweifeln, vergessen, was uns wichtig ist, wollen alles ausprobieren und entscheiden uns doch für nichts Bestimmtes. Wir dümpeln dahin, rutschen aus wirtschaftlichen Gründen oder auf Wunsch anderer in eine Richtung, für die wir uns als Kind niemals bewusst entschieden hätten. Und mit einem Mal stehen wir da und fragen uns, ob das wirklich unsere Vorstellung vom Leben ist. Sieht so unsere Berufung aus?

Im letzten Beitrag habe ich bereits geschrieben, was man tun kann, wenn der eigene Job nicht mehr glücklich macht. Es ging darum, welche Stellschrauben man selbst drehen kann, ohne die Stelle sofort zu kündigen. Wenn Du dabei oder selbst nach den Veränderungen immer noch nicht glücklich mit deiner Arbeit bist und nach etwas anderem suchst, aber keine Ahnung hast, was das sein könnte, dann hilft Dir dieser Artikel vielleicht weiter. Er beschäftigt sich mit der Frage: Wie kommst Du Deiner Berufung einen Schritt näher?

 

© Clarissa Braun

 

Sich selbst kennenlernen, um die Berufung zu finden

Die eigene Berufung zu finden ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Wichtig dabei ist, die Meinung von anderen möglichst nicht an sich heranzulassen, wenn einem das Bauchgefühl etwas anderes sagt. Dieser Artikel gibt Dir keine Antwort auf die Frage, was genau Deine Berufung ist, aber er hilft Dir dabei Dich besser kennenzulernen, um Dich in die richtige Richtung zu lenken. Die folgenden Fragen sind Dein Kompass auf dem Weg zu Deiner Berufung:

 

1. Was wolltest Du als Kind werden und warum?

Viele unserer Talente und Stärken spiegeln sich in dem Berufswunsch, den wir als Kind hatten, wider. Überlege, was Du als Kind werden wolltest. Empfindest Du dafür vielleicht immer noch Leidenschaft, verbietest sie Dir aber aus bestimmten Gründen? Vielleicht, weil jemand gesagt hat, dass man davon nicht leben könne oder weil Du denkst, Du seist zu schlecht, um in diesem Beruf Fuß zu fassen? Schließe alle negativen Gedanken für einen Moment aus und schreibe Deine Kindheitswünsche auf.

 

2. Was treibt Dich aus dem Bett?

Wofür stehst Du jeden Tag auf? Was treibt Dich morgens aus dem Bett? Das können die unterschiedlichsten Dinge sein. Angefangen von der Geschichte, die Dir seit Wochen schon im Kopf herumspukt und die Du endlich aufschreiben möchtest, über den Kuchen, den Du für Deine Familie backen willst, bis hin zu dem Vogelhäuschen, dem nur noch die Lackierung fehlt. Unsere Hobbys und Leidenschaften geben uns einen guten Hinweis darauf, was unsere Berufung sein könnte. Überlege Dir, woran Du Spaß hast, was Dich wirklich erfüllt. Und damit meine ich nicht stundenlang vor dem Fernseher zu hängen. Wenn Du ehrlich bist, macht das zwar Spaß, aber wirklich zufrieden und glücklich ist man danach nicht. Also frage Dich: Was erfüllt mich wirklich? Bei welcher Tätigkeit vergesse ich die Zeit, lasse ich mich fallen? Wobei komme ich in den sogenannten Flow? Diese Sache könnte vielleicht ein Teil Deiner Berufung sein.

 

Nun stelle Dir diese alles entscheidende Frage:

3. Würdest Du das auch machen, wenn Du nur wenig/ kein Geld dafür bekämest?

Frage Dich ganz ehrlich: Wenn Geld keine Rolle spielen würde, würdest Du diese eine Sache gern jeden Tag machen? Bzw. andersherum: Was würdest Du gern machen, wenn Geld keine Rolle spielen würde?

 

Je besser man sich selbst kennt, desto einfacher ist es, die eigene Berufung zu finden, mit der man wirklich auf Dauer glücklich ist. Wenn Du für eine Sache brennst, lass Dich nicht von anderen verunsichern und zu allerletzt von Dir selbst. Natürlich lauern an jeder Ecke neue Versuchungen, aber frage Dich, ob sie wirklich so wichtig sind, ehe Du ihnen hinterherrennst. Denn oft sind wir so angezogen von all den Möglichkeiten, dass wir wild von einer zur anderen rennen und vergessen, was uns wirklich wichtig ist. Oder wir fühlen uns überfordert und bleiben wie ein Reh im Scheinwerferlicht stehen, aus Angst uns falsch zu entscheiden, entscheiden wir uns lieber für gar nichts.

 

Dabei ist es nicht wichtig, wofür Du Dich entscheidest, sondern dass Du Dich entscheidest. 

 

Und am besten für etwas, dass das Feuer in Dir entfacht. Nur, wer konzentriert bei einer Sache bleibt, kann später sagen, ob sie zu ihm passt.

 

© Clarissa Braun
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5 Replies to “Berufswahl – 3 Fragen, um Deine Berufung zu finden

    1. Danke Stephie! Ohja, es ist ein sehr großes, aber auch interessantes Thema. Vielleicht helfen diese drei kleinen Fragen, aber schon dem ein oder anderen auf die richtige Bahn zu gelangen. 🙂

      LG Clara

  1. “3. Würdest Du das auch machen, wenn Du nur wenig/ kein Geld dafür bekämest?”
    Sollte die Frage nicht mehr sein: Würdest du das auch machen, wenn Geld eine Rolle spielt, du allerdings nur wenig/kein Geld dafür bekämst? Also würde man trotz größerer Hindernisse den mehr Aufwand für die Tätigkeit aufsich nehmen wollen?
    Gewissermaßen: wiegt der Spaß die Kosten (das weniger Geld haben) auf?

    1. Hi Max,
      danke für Deinen Kommentar. Natürlich spielt Geld immer eine Rolle. Ohne Moos ist bekanntlich nichts los. Wir brauchen wenigstens einen gewissen Betrag zum Leben. Man kann es zunächst einmal eher als Gedankenexperiment sehen. Was würde ich gern machen, wenn ich kein Geld dafür bekommen würde? Heutzutage kann man fast mit jeder Sache Geld verdienen, genügend Einfallsreichtum vorausgesetzt. Deswegen sollte ich den letzten Punkt erweitern, indem ich sage:
      Finde erst einmal heraus, was Du gern machen möchtest und suche dann Wege, um damit Dein Grundeinkommen zu sichern.

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